Je mange, tu mange, dimanche

Irgendwie scheint der jour „fixe” immer weiter abzuschweifen… Wie auch immer, die Wettergötter waren uns wohlgesinnt und so war klar: Allemoos, allem aa! Schon am Bahnhof wurde lti von Hungerkrämpfen geschüttelt, weshalb wir uns gleich als erstes im Badireschti verpflegten: „Darfch Serviette?” „Ja, abrrrr wiesosoooviell?” „Vier Persone, Mann!”

Nach einer harten Länge im Schwimmerbecken widmeten wir uns – rate mal – genau: Der Rutschbahn. Inmitten einer unbestimmten Masse von wuselnden und wilde Räubergeschichten von sich gebenden Kindern genossen wir eines der letzten Abenteuer unserer Zeit.

Als wir das Wasser bei der ersten Abfahrt wie gewohnt stauten, sagte ein Kind hinter uns: „Das isch Staue!”. Ich dachte: „I know that part, stupid!”. Später, als der Mann in Gelb auftauchte zeigte sich, dass er eigentlich gemeint hatte: „In dieser Badeanstalt ist das Stauen auf allen erhöhten, Wasser enthaltenden oder Wasser führenden Behältern verboten und das habt ihr gerade gemacht und dort unten steht der Bademeister!”. Dann wäre alles klar gewesen und wir hätten uns von Anfang mehr auf den Bademeister konzentrieren können. Dieser hat die wohl unpopulärste Aufgabe in der Stadt.

Dafür sorgt nicht zuletzt der Gazellen-Knabe mit dem Piranha-Gebiss. Er gibt Flüche zum Besten, die ich hier nicht wiederholen kann. Offenbar schnappt er alles auf, was an einem Tag wie heute an der Rutschbahn so erzählt, gerufen und geschrien wird, filtert alles zivilisierte heraus und gibt den Rest dann wieder aus. Wild mit seinen unförmigen Armen gestikulierend fluchte er herum was das Zeug hielt und war so immer etwas schneller oben als alle anderen.

Natürlich legt man die Strecke vom Auffangbecken zurück zum Start rennend zurück. Da sich die kleinen Kerle jeweils zwischen dem Geländer durch zwängten, mussten wir wirklich alles geben. Ein, zweimal liessen wir einen überholen, was seine Euphorie nur noch steigerte und wir nachher auf der Treppe noch wildere Räubergeschichten erzählt bekamen!

Insgesamt rutschten dreimal runter. Okay, dreissig. Okay, mehr.

Vorbei am PWC-Gebäude (Plopp-plopp-plopp-plopp-wrummmmms) gingen wir über die neue Brücke (mit Schwindeleffekt und Chips-Zug) zum japanischen Restaurant Kai, wo wir uns draussen an der Sonne verwöhnen liessen (Essen). Die Algensalötli waren schmackhaft, die Sushi-Platte umfangreich und sehr fein. Unglaublich für mich war die Erfahrung, noch am Essen zu sein, als lti schon den leeren Teller von sich schob. Der japanische Teil der Hüfte äh des Service, der nicht für unseren Tisch zuständig war, fiel durch ihren doch sehr speziellen Gang auf: Ihre Hüften schienen sich irgendwie in einem anderen Zustandsraum zu befinden als der Rest des Körpers, weshalb sich eine Art Zweimassenschwinger mit Tablett ergab.

Ich wurde von lti ohne ersichtlichen Grund eingeladen, wofür ich mich herzlich bedanke, es war ein super Essen. Der obligate Pflaumenwein zum Schluss und die Gummibärli wurden vom Reschti gesponsert. Auf dem Heimweg warfen wir noch einen Blick in die neue, verlassene Schule im Accu, wobei lti den Spruch prägte, der über diesem Artikel prangt.

Anschliessend traf man sich zum traditionellen Höck auf dem Natuzzi-Sofa, wobei msä noch eine Mission zu erfüllen hatte: Es galt, ein Bild von dem Calvin seiner Susie zu finden. Wozu erfahrt Ihr später…

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