Es geht um die Wurst!

Um die Treberwurst, um genau zu sein. Es handelt sich um eine lokale Spezialität aus dem Weinbaugebiet am Bielersee, weit herum bekannt wegen ihrem unverkennbaren Aroma, das durch – aber nein, das kommt später.

Fangen wir dort an wo alles begann: Im HB in Zürich. Der Damage von 44 Franken war hart, hat sich aber im Nachhinein mehr als ausgezahlt. Natürlich klappte am heutigen, von lti aus langer Hand dafür nur provisorisch geplanten Jour Fixe alles wie am Schnürchen. Für die suboptimalen Anschlüsse kann er nun wirklich nix! Letztere bewogen uns in Biel gleich zweimal das Rotonde aufzusuchen. Dort gibt’s auf dem Weg zur Toilette die kühne Interpretation unserer von elektrischer Energie geprägten und abhängigen Gesellschaft zu bewundern. Energieeffizienzklasse R.

Von dort nur noch 10 Minuten Zugfahrt bis Twann und ein ganz kurzer Fussweg trennten uns vom gemütlichen Trüel-Keller. Ich hatte schon einen Aufstieg in die Rebberge befürchtet! Herr Mürset, Meister der gepflegten Gastfreundschaft und seines Zeichens mit einer halben Hektare kleinster Winzer der Schweiz, erwartete uns bereits. Natürlich hatten wir Weintrinker schnell einen Kelch Rosé vor der Nase. Chb war mutig genug, sich trotz der Location als Weinverschmäher zu outen, Chapeau! Nicht schlecht staunte Frau Mürset, gebürtige Polin, als wir ihr vom Treberwurst-Essen im Hallwylerhof erzählten. Mit einem Lächeln auf den Stockzähnen genoss sie natürlich insbesondere unsere Schilderungen der dort servierten Portionen. Unsere Plätze am gemütlichen Dreiertischli gaben wir für die Familie mit Kind gerne auf. Kind? Hallo? Okay, schon wieder was gelernt :o). Hatte allerdings den Vorteil, dass zwischen Lti und seinen ebenfalls anwesenden Intimfeind ein paar Meter mehr zu liegen kamen. Irgendwie legte es dieser altkluge Teenie aber auch wirklich darauf an, unseren armen Lti zu nerven!

Als das Grüppchen des bevorstehenden Abends komplett war, folgte mit der traditionellen Wurstholete ein erster Höhepunkt des Abends: Gemeinsam gingen wir zur nahen Brennerei, wo alle (nicht wir, die Brennerbande) schon ein bisschen knülle waren. Dort hatten die Würste bereits eine Stunde im Dampf des destillierten Tresters, hier eben Treber genannt, gehangen und vor sich hin geschwitzt. Niedertemperatur, lange bevor es durch VZUG zwecks Steamer-Vermarktung als trendy erklärt wurde. Durch die Blume wurde uns nahegelegt, das Wort Senf an diesem Abend nicht mehr zu verwenden.

Dann gschwind gschwind zurück in der Keller, wir hatten einen riesen Hunger. Martin Mürset, seine Frau und die Tochter im Unterstufenalter boten einen liebevollen, seccen Service. Auf Nachschub mussten wir nie warten. Das rauchfreie Ambiente freute natürlich Msä ganz besonders, merci! Die sehr schmackhaften Wurstscheiben purzelten zusammen mit dem Marc eine nach der anderen unsere Hälse runter, mmmmmh! Dazu gabs gemischten und Kartoffel-Salat, Brot und Wein, was will man mehr? Mehr Marc! (sagte sich Chb) Zum Schluss gabs noch ein Zwetschen-Sorbet und eine Treberwurst zum Mitnehmen für Msä.

Es war ein langer Heimweg. Ganz ohne das inzwischen traditionelle Catchen auf schräger Ebene gings dann aber doch nicht.

Herzlichen Dank an Lti, den Organisator dieses äusserst gelungenen Jour Fixe. No damage after all!

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