Das war ein lustiger Jour Fixe! Der ganze Dank geht an chb, der kulinarischen und kulturellen Sachverstand bewies. Die ganze Schmach geht an lti, der mich die 15, 30 whatever Hantelkilos gnadenlos herumschleppen liess. Da ich keine „Freunde“ habe, denen ich so etwas zumuten möchte, wurde das Schicksal des Stahlklumpens auf dem – sehr mühseligen – Heimweg besiegelt [1].
Aber eben, Danküberhäufung an chb, der es, obwohl wiedermal zu spät kommend, verstand, diesen j.f. zu einem klaren Punkteanwärter zu machen:
Lti und ich setzten uns nicht wie befohlen in den Vorhof zur Vegetarierhölle (diese war bereits von ein paar Carnivoren besetzt), sondern gleich an den Veganer-Worstcase-Szenario-Tisch. Mit einem Caipi in der Hand und der – noch – herrschenden Vorfreude auf das schwere „Geschenk“ liess es sich gut warten bis auch the chb eintraf. Das Reschti ist von den Gleisen 51 – 54 aus ideal zu erreichen (niiiice). So der Zug dann auch dort einfährt… Ausserdem reist the chb ja jetzt [2] ein- und aussteigeoptimal, was ihm im vorliegenden Fall nicht gerade zu Gute kam :o)
Erst mal Fleisch. Viel Fleisch! Nach einem Salötli [3] vom Buffet gings auch schon los mit dem brasilianischen Fleischgelage. Nach einem Weilchen hatten alle am Tisch den Gebrauch des bereitliegenden Zängli begriffen und wir konnten unbesudelt [4] das Essen geniessen. Es war gut, wenn auch – zum Preis von 55 Franken – nicht gerade der Hammer.
Dann der – sehr mühselige – Weg in die Gessnerallee. In den Stallungen gabs Drinks von lti und Festbänke für unsere Ärsche. Ja, ich sags so unverblümt, die zwei aufm Sofa nahmen auch kein Blatt vor den Mund! Es ging um Worstcase-Szenarios in der Welt der Literatur, des Films und des Hörspiels. Sprich schlechten Darstellungen in der Kunst an sich. Thema heute: Sex. Die beiden waren super! Andreas Storm sah man die Freude am Thema und den dazu gehörenden Exzessen förmlich an. Cathrin Störmer ging ein bisschen weniger mit, nicht so schlimm. Die absurd sinnlosen Porno-Dialoge waren nur eines der Highlights:
„Das ist der Stromkasten, mit dem wir immer Probleme haben. Können Sie sich den mal ansehen?“
„Wieso liegt denn hier überall Stroh herum?“
„Wieso haben Sie ne Maske an?“
„Ähm, tja, hm. Blas mir einen!“
Okéeeeee?
Das Hörspiel in drei Teilen war eine weiterere Klimax [5]: Andreas mimt die Frau, Cathrin bewegt die Lippen (OL [6]) zu Maltes Gestöhne. Sauglatt, bloss: Wer hört sich das beim Einschlafen an? Es ging Schlag auf Schlag, schon folgten die nächsten Filmausschnittchen. Als alter Winterthurer-Kurzfilmtage-Mitvisionierer kann mich aber nichts mehr erschüttern, sei es auch noch so grotesk schlecht und krank.
Richtig heiss wurde es bei der Literatur:
Zunächst etwas altes – aber nicht minder kaputtes – von Wilde. Ziemlich schwul, klar, so war er halt, der Kari. Von seinen Fans aber wird heftig bestritten, dass das von ihm ist…
So richtig lustig wurde es bei einer der Biografien von Klaus Kinski. Andreas trug uns in einem Atemzug ein fulminantes Potpourri an Namen, Orten, Ländern und Ethnien vor. Klar, dass jeder Name, jeder Ort, jedes Land und jede Ethnie eine Sexorgie [7] repräsentierte! Der männerverschlingende Arsch der Menschenfresser-Tochter beeindruckte mich besonders, da werd ich noch zu nagen haben! Und am Schluss? Onanieren!
Apropos onanieren, zwischendurch wars auch ein bisschen beklemmend: Zum Beispiel bei den Kindergeschichten, die dem Zweck dienten, die Onanie als teuflisch, ja gar tödlich zu brandmarken. Oder bei den Werken von Henry Miller, der von wirklich absurd kranken Phantasien geplagt worden sein musste.
Die erste Katalogisierung aller 523 heterosexuellen Stellungen gelang natürlich einem Deutschen, da sind die einfach unschlagbar drin. Nur schon die Erklärung der vier Grundzugänge an eine Frau gaben mir fast den Rest: Schulterhalbhohe Keule von links hinten, hinterkeulig, keulig, gekeult, Frontalhalbfusshoch, von vorne überschenklig und viele mehr. Da werd ich mir einige Begriffe für neue Spannmittel ausleihen können!
Und zum Schluss noch dies: Walter Roderer rutschte als Nötzli natürlich rein versehentlich in die Liste mit den Softpornos!
_____________________________________________________
[1] Fotostory folgt
[2] dank mir
[3] Biilage miide!
[4] die Besudelungen folgten später
[5] not in the sence of an orgasm, silly!
[6] O wie oooooben
[7] die ihresgleichen sucht
geile story, nix mehr hinzuzufügen! auf das ende (jetzt wo ich eine website vorbereite?) der keule, äh hantel, bin ich gespannt…
nur noch ein paar spitzfindige korrektürli (u.a. zur ehrenrettung von paolo coelho, dessen orgiastische zeilen zwar als bemüht aber nicht gerade als krank bezeichnet werden können, da liegt eine verwechslung vor). also:
a) DIE klimax
b) MALTE nicht Manke (aus http://www.just4women.de/, siehe auch hier für tolle reviews: http://www.amazon.de/Just4Women-06-H%C3%BCttenzauber-Erotische-H%C3%B6rspielserie/dp/3785714971)
c) der kinderporno war nicht von paulo coelho (gott bewahre, der hatte nur die “5 sinne” nicht ganz beieinander) sondern ein auszug aus dem http://de.wikipedia.org/wiki/Opus_Pistorum von http://de.wikipedia.org/wiki/Henry_Miller
d) von wem die 523 stellungen waren, finde ich auch noch raus
Da ich mit Kritik fast ebenso schlecht umgehen kann wie lti, habe ich gschwind gschwind ein paar Korrektürli angebracht ;o)
Ah, das war nicht der Paulo Coelho? Dabei war ich mir so sicher, als ich seine Visage auf http://de.wikipedia.org/wiki/Paulo_Coelho sah…
5 Sinne, genau, die waren ja auch noch ;o)
Ende? Ende? Ich sagte Schicksal…
ah ja, und herr von goethe hatte auch noch einen auftritt :-)
ich hab’s versprochen (siehe [d] oben) und hier ist es: die keulen und spreizungen stammen aus “Das goldene Buch der Liebe” von Dr. L. van der Weck-Erlen; sogar der Spiegel hat 1978 darüber geschrieben: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40615928.html
Aber Achtung: Nicht zu verwechseln mit http://www.amazon.de/Goldene-Buch-Liebe-Hans-Kruppa/dp/342666142X (man checke die rezensionen und merke sofort: ui, es kann sich nicht um das gleiche handeln)