[le] Tour de France

Heute stand die Bergetappe von Martigny nach Bourg-Saint-Maurice auf dem Programm. Sie war 159km lang, führte (nicht uns!) über den grossen und den kleinen St. Bernhard und damit auf fast 2500 Meter über Meer! Die Sprache ist von [le] Tour (de Franss), nicht zu verwechseln mit [la] Tour (z.B. Eiffel). Weil wir am Nachmittag schon genug von dieser grossartigen Etappe verpassten, musste das Schwimmen heute ausfallen. Man traf sich um 16 Uhr bei lti. Im Bett.

Zunächst aber die Anreise mit der S14: Heute traf ich zweimal doofe Leute. Das erste mal beim Aussteigen in Oerlikon: Da stand ein junger Mann, zeigte auf die gerade abfahrende S14 und gab folgendes zum Besten: „Bratislava?“ und dann lauter: „B-R-A-T-I-S-L-A-V-A?“. Finde ich auch.

Bewaffnet mit einer Chips-Schüssel und einem Bierchen genossen wir das Tour-Spektakel. Der fundierte Kommentar von lti liess mich endlich entdecken, wo die Spannung in so einem Rennen zu finden ist. All die Strategien, Absprachen und Manöver, unglaublich! Und hier noch ein paar wichtige Punkte für Anfänger:

Der Kerl im gelben Leibchen heisst nicht immer Contador

Armstrong = böse!

Das gelbe Leibchen heisst Maillot jaune

Mittagspause Picknick

Der Typ mit den roten Punkten gehört zu keinem Team, sondern sammelt Punkte für Pro Montagna

Anschliessend gabs Spaghetti aglio e olio plus Salat plus Bratwurst plus Grillmais. Mmmh, fein wars! Wir legten uns kurz aufs Ohr. Ich muss zugeben, dass ich die Geschichte mit dem teilweise abgesperrten Parkhaus im Accu nicht mehr detailliert wiedergeben kann. Sorry, bin wohl kurz eingenickt… Nach dem Dessert (endlich ist das Vanille-Erdbeer-Glace aufgebraucht!) legten wir uns in den Oerliker Park. Die Holzliegen sind ergonomisch geformt und echt bequem!

Auf dem Heimweg traf ich dann zum zweiten Mal doofe Leute: In Nänikon stiegen zwei Frauen ein, bewaffnet mit je einem dieser einzig und allein der Volksverdummung und der Papiervernichtung dienenden Gratis-Käseblättchen. Da sagt die Jüngere zur Älteren: „Hey, die sind im Fall vor 20 Jahr gar nöd würklich uf em Mond gsii!“. Ja, stimmt.

Je mange, tu mange, dimanche

Irgendwie scheint der jour „fixe” immer weiter abzuschweifen… Wie auch immer, die Wettergötter waren uns wohlgesinnt und so war klar: Allemoos, allem aa! Schon am Bahnhof wurde lti von Hungerkrämpfen geschüttelt, weshalb wir uns gleich als erstes im Badireschti verpflegten: „Darfch Serviette?” „Ja, abrrrr wiesosoooviell?” „Vier Persone, Mann!”

Nach einer harten Länge im Schwimmerbecken widmeten wir uns – rate mal – genau: Der Rutschbahn. Inmitten einer unbestimmten Masse von wuselnden und wilde Räubergeschichten von sich gebenden Kindern genossen wir eines der letzten Abenteuer unserer Zeit.

Als wir das Wasser bei der ersten Abfahrt wie gewohnt stauten, sagte ein Kind hinter uns: „Das isch Staue!”. Ich dachte: „I know that part, stupid!”. Später, als der Mann in Gelb auftauchte zeigte sich, dass er eigentlich gemeint hatte: „In dieser Badeanstalt ist das Stauen auf allen erhöhten, Wasser enthaltenden oder Wasser führenden Behältern verboten und das habt ihr gerade gemacht und dort unten steht der Bademeister!”. Dann wäre alles klar gewesen und wir hätten uns von Anfang mehr auf den Bademeister konzentrieren können. Dieser hat die wohl unpopulärste Aufgabe in der Stadt.

Dafür sorgt nicht zuletzt der Gazellen-Knabe mit dem Piranha-Gebiss. Er gibt Flüche zum Besten, die ich hier nicht wiederholen kann. Offenbar schnappt er alles auf, was an einem Tag wie heute an der Rutschbahn so erzählt, gerufen und geschrien wird, filtert alles zivilisierte heraus und gibt den Rest dann wieder aus. Wild mit seinen unförmigen Armen gestikulierend fluchte er herum was das Zeug hielt und war so immer etwas schneller oben als alle anderen.

Natürlich legt man die Strecke vom Auffangbecken zurück zum Start rennend zurück. Da sich die kleinen Kerle jeweils zwischen dem Geländer durch zwängten, mussten wir wirklich alles geben. Ein, zweimal liessen wir einen überholen, was seine Euphorie nur noch steigerte und wir nachher auf der Treppe noch wildere Räubergeschichten erzählt bekamen!

Insgesamt rutschten dreimal runter. Okay, dreissig. Okay, mehr.

Vorbei am PWC-Gebäude (Plopp-plopp-plopp-plopp-wrummmmms) gingen wir über die neue Brücke (mit Schwindeleffekt und Chips-Zug) zum japanischen Restaurant Kai, wo wir uns draussen an der Sonne verwöhnen liessen (Essen). Die Algensalötli waren schmackhaft, die Sushi-Platte umfangreich und sehr fein. Unglaublich für mich war die Erfahrung, noch am Essen zu sein, als lti schon den leeren Teller von sich schob. Der japanische Teil der Hüfte äh des Service, der nicht für unseren Tisch zuständig war, fiel durch ihren doch sehr speziellen Gang auf: Ihre Hüften schienen sich irgendwie in einem anderen Zustandsraum zu befinden als der Rest des Körpers, weshalb sich eine Art Zweimassenschwinger mit Tablett ergab.

Ich wurde von lti ohne ersichtlichen Grund eingeladen, wofür ich mich herzlich bedanke, es war ein super Essen. Der obligate Pflaumenwein zum Schluss und die Gummibärli wurden vom Reschti gesponsert. Auf dem Heimweg warfen wir noch einen Blick in die neue, verlassene Schule im Accu, wobei lti den Spruch prägte, der über diesem Artikel prangt.

Anschliessend traf man sich zum traditionellen Höck auf dem Natuzzi-Sofa, wobei msä noch eine Mission zu erfüllen hatte: Es galt, ein Bild von dem Calvin seiner Susie zu finden. Wozu erfahrt Ihr später…

Mr. Saïds Reise nach Indien

Am Dienstag war Mr. Saïd bei Trombiks zu Besuch, weshalb sich lti in weiser Voraussicht entschied, den j.f. abermals auf den Mittwoch zu verschieben. Null Problemo, denn msä ist eh am Bettchen streichen und konnte so den einigermassen sonnigen Abend gut nutzen.

Für die Organisation des heutigen, äusserst aufwändigen j.f. wurden eifrig Yarp-Narp-Mails verfasst. Obwohl schon nach dem ersten Mail sonnenklar war, dass wir uns – wie immer (ha, der war gut) – um 16:30 in Oerlikon treffen würden, zog sich der Mailverkehr noch ein bisschen hin:


—–Ursprüngliche Nachricht—–
Von: msä [mailto:msä@theworld.com]
Gesendet: Dienstag, 7. Juli 2009 07:17
An: lti
Betreff: j.f.
Schwümme – wie IMMER ;o)
Nachher indisch ässe mit minere Membercard vom Kings Curry?

Hesch Luscht?
Gruess, msä

>>> lti 07.07.2009 14:12 >>>
morn

sehr gut
süsch aus wie immer

>>> msä 07.07.2009 14:12 >>>
Wänn sölli reserviere?

>>> lti 07.07.2009 22:49 >>>
yepiyep

uf die 18.45
dänk ;o)

>>> msä 08.07.2009 07:18 >>>
yepyep1845

>>> lti 08.07.2009 07:34 >>>
nep?!
fröi mi
btw: ha nes gschenkli fuer di

>>> msä 08.07.2009 07:44 >>>
yepyepyep, Gschänkli, klatschklatsch

>>> msä 08.07.2009 11:26 >>>
Mi_090708_112647_Wallisellen
16_30_Swim: Status confirmed
18_45_KiKu: Status confirmed
CustomTxt<<Siiyä!GruessMSÄ>>

>>> msä 08.07.2009 11:27 >>>
Ja, CHB, KiKu staht für Kings Kurry, hehehe (fies lachend)


Und so ward es getan:

Das Schwimmtraining gestaltete sich diesmal, da von msä bestimmt, nicht gaaaaaaanz so streng. Lti war nicht sonderlich motiviert, machte aber bei der kleinen Chilbi-Piramide gut mit. Zum Schluss überholte er mit locker schwingenden Armen noch den ehrgeizigen und rücksichtslosen Albino auf unserer Bahn. Ha, dem haben wir’s gegeben!

Im KiKu machten wir uns zunächst über Mango Lassi und (drei!?) Papadams her. Während lti mit den Tondoori-Pilzen mutig vorpreschte, hielt sich msä mit den Pakoras an Altbewährtes. Während lti beim folgenden Biryani nach einer kurzen Schrecksekunde doch noch sein Fleisch fand, hielt sich msä mit dem Chicken Tikka Massala an Altbewährtes. Auf das indische Bier Kings Gold made im Thurgau, gäll, verzichteten wir.

Wir sprachen – natürlich neben Erfreulicherem – über die sinnlose Reglementierungswut auf dem Bau und in der Industrie, die Audit-Zertifikats-Sellelfurz-Schmarotzer, die in Tat und Wahrheit einfach auch ein Stück des von uns erwirtschafteten Kuchens haben wollen und einem Unfall in einem kanadischen AKW. Zum Glück wars nur ein KAU, wenn auch ein paar Stiche nötig waren. Trotzdem versuchten anschliessend 20 ebensolche See-Think-Act-Review-Schmarotzer erfolglos nachzuvollziehen, wie denn das Händchen zwischen Feder und Fundament geraten war.

Inzwischen spitzte sich die Finanzkrise am Tisch nebenan zu und es kam zu einer böswilligen Übernahme – der Rechnung. Irgendwie schien die Dame am Tisch plötzlich nicht mehr über genügend liquide Mittel zu verfügen und versuchte sich mittels der Anmeldung fadenscheiniger Argumente einem Konkurs zu entziehen. Klar war sie mit dem GA angereist, klar hatte sie von der Kreditkartenfirma keine weiteren Mittel zugesprochen bekommen, klar sass ihr der Vermieter im Nacken, doch was hatte das alles mit ihm, dem anwesenden Macker zu tun? Genau, er war derjenige, der die Rechnung übernahm…

Zufrieden nahm Mr. Saïd anschliessend die 70 Minuten Richtung HB unter die Füsse und liess sich mit vollem Magen nach Hause chauffieren.

schwimm, schwimm, simsalabim

huch, schon wieder ein j.f. ohne msä! obwohl wir extra von di auf mi verschoben haben, hat besagter leider seine erkältung nicht niederringen können. aï, aï, aï! wo soll das nur enden, wenn ständig “aus drei mach zwei” gilt?

aber eben, weiter im text. mi statt di, und der grund dafür ein triftiger, es war nämlich seeüberquerung angesagt: 1450m vom mythenquai bis zum tiefenbrunnen, eine herausforderung, eine tradition, ein unternehmen, das genaue planung, akribische vorbereitung und hartes training bedingt. so wurden denn schon tage vorher der genaue zeit- und treffpunkt vereinbart, die badehose gebügelt und die haut gebräunt (siehe vorletzte woche), die oberarme gestählt, usw.

am tag der ausführung selber traf chb nur mit geringer verspätung in der badi mythenquai ein, wo lti bereits alles administrative erledigt hatte und nur knapp (wg. zurückhaltendem gebrauch seiner ellenbogen) die startnummer 4444 verpasst hatte. so starten wir halt mit 4446, resp. 4447, und zwar um 18:30 uhr mit 400 anderen nasen, die uns alsbald davon schwammen. während sich  chb gemächlich mit seinem old-school brustschwumm im bernertempo dem anderen seeufer näherte, war für den hobby bi-, tri-, und gigathleten lti die herausforderung natürlich vor allem, bei so geringem tempo nicht abzusaufen (die enorme psychische belastung durch a) position am ende des feldes und b) durch überholende schwimmer aus den nachfolgenden feldern ist natürlich auch nicht zu unterschätzen). item, auch so geht die zeit verbei, und mit einer fantastischen solchigen von unter einer stunde, nämlich 59:48, wurde dann (endlich) unter dem zielband durchgeschwommen. danach wie immer noch eine buillong, ein risottöli und einmal mit- und einmal mit wenig gaz, und schon war die 22. stadtzürcher seeüberquerung geschichte.

es ging dann noch weiter zum 2. und 3. termin: japanisch essen im wagamama inkl. weibl. begleitung (schmacht!), und dann noch auf einen mojito und einen bicycletta ins rimini (ohne weibl. begleitung), ganz nach dem motto: immer schön nahe am wasser bleiben. im rimini sassen wir übrigens nicht auf kissen, die wurden schon anderswo gebraucht.

Britain – authentic this time

Die Idee zum heutigen jour fixe war so brilliant, dass sie mir prompt geklaut wurde. Als Motiv darf man von niederen Beweggründen ausgehen (Vermeiden, einen Bericht schreiben zu müssen). Kein Problem, mach ich doch gerne:

Mein Zahni war heute schnell. So schnell, dass ich trotz allem als erster im Pie Shop sass und mir schon lange das Wasser im Mund zusammenlief, als lti und chb eintrafen. Ganz nach dem first-come-first-serve-Prinzip hatte ich bei der grossen Hot Chili and Saucage Pie den Vortritt, was chb mit einer zusätzlichen Pasty kompensierte.

Die Pasty [pæsti] ist überigens einfach die tragbare Version der eigentlich im Keramiktopf servierten Pie. In Cornwall entstanden war sie für die Kumpel der Zinnminen der unverzichtbare und leicht transportierbare Lunch in der Tiefe des Bergwerks. Es ist den Mitarbeitern des Pie Shop hoch anzurechnen, dass sie die Pasty [pæsti] britischer als die Queen als [pasti] (mit dem a wie in the past) aussprechen. Auch aus dem Apple [æpl] wird – etwas exzentrisch – der [apl].

Was aber der Authentizität der angebotenen Produkte in keiner Weise Abbruch tut! Nur schon der selbstgemachte Eistee ist eine Offenbarung! Meine Pie schmeckte wie im Pub und auch die j.f.-Kollegen grunzten zufrieden. Der Teig schmeckt super, der Inhalt ist ausgewogen und liebevoll hergestellt. Die Apple Pies reservierten wir gleich schon bei der Bestellung der Hauptgänge. Als wir den Dessert bestellen wollten waren die Dinger auch schon im Ofen und parat. Ausserdem vergebe ich hier und heute den begehrten msäs-Lieblings-Latte-Macchiato-Preis. Der Service war zuvorkommend, die Atmosphäre familiär. Nach dem gratis Chocolate Chip Cracker gabs zum Schluss noch den Tipp mit dem Borough Market in London, der in die nächste England-Reise eingebaut wird, versprochen.

Um Sieben war fertig und wir mussten uns ein neues Plätzli suchen. Lti chauffierte uns nach New Oerlikon, wo wir uns aufs Natuzzi-Sofa fläzten und an den drei holden Engeln Drew, Lucy und Cameron ergötzten (bitte Links im Büro unauffällig geniessen). Ein toller Film! Viel zu schnell war der I love cars, schleck – Spass vorbei. Wo bleibt eigentlich der dritte Teil?!

Als nächstes spielten wir ein paar Runden Just-4-Fun. Schnell erklärt ist das winner-of-the-whatever-jury-nomination-invented-by-the-authors-prize-Spiels, was beim j.f. ein riesen Vorteil ist (es war auch schon anders). Der Spielverlauf ist spannend und immer wieder fragt man sich: „Soll ich jetzt einfach gewinnen oder für the greater good lti am Gewinnen hindern?“. Auch die Kürze des Spiels erfrischt nach all den durchzechten Siedler-Nächten. Überrascht hat mich vor allem die in der kleinen Schachtel untergebrachte Vielzahl an Special Effects: Von der „Rakete einfach“, der „Rakete mehrstufig“, dem „Kartentrick Flash Gordon“, dem „Brandbombensatz mit Zischeffekt“ über den „Sprengeffekt Price-Waterhouse-Coopers-Style“ bis zur „Sieganimation Patrouille Suisse“ ist einfach alles dabei, toll! Der Spielstand 3,2,0 (msä,lti,chb). Liegt es an chb?