cargo domizil

schon wieder kino. es nimmt kein ende (logisch, denn nach-dem-film ist vor-dem-film). dieses mal aber war alles schon von langer hand geplant, nämlich die vorpremiere von “cargo“, dem ersten schweizer science-fiction film, als cinécard-night im kino abaton. ein fixes datum im jf-kalender seit anfang august. 3 tickets, im voraus gekauft. eine sichere sache also.

allerdings doch nicht so sicher. denn msä hat sich dann kurzfristig dazu entschlossen, jetzt doch lieber endlich und tatsächlich, d.h. wahrhaftig, ein bébé zu bekommen und darum noch ein bisschen im paracelsus spital zu logieren (aah, les vacances!), womit sich der kinderlose jf-rest alleine ins dunkel des ach-so-kalten weltalls begeben musste. dies hatte auch zur folge, dass der organisator auf einem der bereits erstandenen tickets sitzen blieb, was allerdings kein problem war bei einem derartig begehrten film. schwupps, eine kurz-umfrage im zuger büro, und weg war der exklusive eintritt[1].

item, vor dem film traf man sich noch im don weber auf einen teller nachos, einen  hamburgeso und ein paar enchiladas[2]. zu trinken gab’s bier, dunkel für die einen, im cüpli-glas für die anderen (die zuteilung war andersrum als msä erwarten würde). nachdem so der ranzen gefüllt war (zuviel, meine eingeweide schmerzen heute noch beim blossen gedanken daran) kugelten wir ächzend die 100 m weiter (gut geplant, gell?) bis ins abaton, wo wir uns – vorpremiere sei dank – noch ein gratisbier genehmigten (auf kosten von sponsor h***ken) und dann noch alle 1/2-lt-fläschlis einpackten, deren wir habhaft werden konnten.

fazit: der film war gut, für einen ch-film sogar sehr gut, ein paar wenige kleine längen, aber was solls. die atmosphäre war dicht (hahaha), die eiskalte stimmung ist gut rübergekommen, die offensichtlichen anleihen bei klassikern (alien, cube, matrix) haben in keinster weise geschadet[3].

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[1] leider habe ich es verpasst den preis entsprechend in die höhe zu treiben, resp. dies msä zu verschweigen und doppelt zu kassieren. dann lti mit dem erwirtschafteten gewinn einen drink spendieren und als folge davon von beiden mit-jf-lern einen gefallen zu gute zu haben, was ganz praktisch sein kann, siehe hier.

[2] na ja, der food hat heute nicht mehr so überzeugt wie auch schon, vielleicht gehen wir beim nächsten mal doch lieber ins diesmal verschmähte oder ins altbewährte.

[3] und wenn wir schon beim empfehlen von scifi-filmen sind: district 9 ist ebenfalls seeehr geil.

crush’em (complete)

heute wurde zum letzten mal gekräscht. nein, kein eis für einen mojito, sondern das bisher noch verschont gebliebene trombik office (als passende hintergrundmusik empfiehlt sich dies, die lyrics sind hier).

als chb (wie immer als letzer) nach einer 20′ velohatz bei 37°C vom hb züri via wipkingerplatz-am wasser-bauherrenstrasse-meierhofplatz (argh, steil!) eintrifft, ist das grillgut schon ganz und gar gar, sowohl im gasgrill (achtung, explosionsgefahr!) wie auch auf dem iphone[1]. man setzt sich also auf die gemütliche terrasse chez trombik und lässt das auge schweifen. das kulinarische angebot ist etwas dürftig (dreierlei wurst, ein paar chips und brot, dazu ein undefinierbarer salat), aber was du wolle, isch ingeniörbüro und nitte gault-miliö-ristorante.

nach der ranzenfüllete geht es dann auf die zweistündige tour. angefangen in lti’s büro (mit so einem schwing-dings, das eigentlich der grund ist, warum wir hier sind, aber ich weiss nicht mehr wie das ding heisst, ausser dass es sinus, sägezahn und dreieck kann und msä das ding innert 30 sek. schon übersteuert hat) geht es weiter zu den trombik feder-modellen (inkl. hochviskoser dämpfungsflüssigkeit), durch das lager (alles verkaufe auf flohmi, no problem), am feuerfesten safe vorbei (23111982 ist die kombination, aber isch nur cd und diskette drin), dann weiter durch den hof, in die 1. dépendance, weitere werkzeuge und dämpfmaterial inkl. aldi-wd-40-kopie und stablampe ohne steckdose (achtung, nie mehr vergessen: kabel fungiert als widerstand!), danach zurück ins hauptgebäude, küche (gratis fanta mit ausgeklügeltem dart-pfeil-knopf-auslöse-mechanismus), junior ingenieurbüro, chef trombik (das genie beherrscht das chaos, ausserdem hat’s geile langhaar-mini-poser-fotos), jetzt ins sekretariat (inkl. kugelkopf-schreibmaschine, da weiss man, was man hat), hinunter in den keller, vorbei am weinregal (?), ins kleine archiv (kurbel, schieb, quetsch, argh), wieder hoch ins parterre, in den 1. stock (keuch!), hier sind die zeichner zuhause (tel-nr. vom coiffeur: 01 442 39 22) und es gibt einen balkon (herrliche sicht auf verkehrsunfallträchtige kreuzung) und die residenz der lehrtochter (wo noch von hand gezeichnet wird). kurz verschnaufen, wieder runter, raus, über die strasse[2], an der falsch parkierten karre vorbei (wo sind die einzahlungsscheine?), zum nachbarhaus, im hinterhof über eine verborgene treppe in den feucht-muffigen untergrund, durch eine schwere eichentür mit quietschenden angeln, aufgeschreckte ratten huschen ins schummrige dunkel[3], wo wir schlussendlich noch archiv #2 erkunden (hier sollte endlich mal jemand aufräumen). das ist jetzt das ende, wir kehren zurück, noch ein käffeli und ein cornet auf der terrasse, ein paar kluge und tiefsinnige gespräche, dann ist msä weg, tschüss, frühdienst, man kennt das ja.

wer noch übrig ist geht auf einen schlumi ins mülirad, wo noch ein wenig höngger-nostalgie zelebriert wird. schliesslich dann der vorhang, game over, standing ovation. eine grossartige triologie[4] findet ihren abschluss.
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[1] von bell gibt’s auch praktische dinge.

[2] …also raus, strasse hoch und zur bushaltestelle. doch den bus nehmen wir nicht, denn das wär nicht helle

[3] ok, alles erstunken und erlogen

[4] die logische fortsetzung besteht natürlich aus einem prequel (vgl. star wars): school kräschers – wie alles begann!

loch, löcher, am lochsten

chb ist zurück aus island. braungebrannt. weitgereist. um erfahrungen reicher. souverän. retour in züri aus einem einzigen grund[1]. der heutige j.f. : hb-züri-hardcore-underground-meet-the-durchmesserlinie programm ist angesagt, in begleitung (und organisiert) von trombik ingenieure ag (lti zeichnet verantwortlich) und einigen gästen, u.a. thesi us züri und el padre de chb aus bern.

enorm früh, nämlich schon um 17 uhr trifft man sich deshalb hinter den sieben geleisen, in der sihl-passerelle-porte-quai-unterführung. dort werden wir in empfang genommen von einem freundlichen ex-bähnler[2], der jetzt anstatt zugskompositionen leute durch den bahnhof pfercht. er macht’s nicht schlecht, allerdings hat er das apéro vergessen… item.

gleich vorneweg wird uns erklärt, dass es keine eigentliche baustellenbesichtigung gibt. worauf ein raunen durch die menge geht (huch!), denn damit war nicht gerechnet worden (schluck!), sind doch die gäste zu 85% bauingenieure. ein paar scheele blicke richtung organisator, ein paar gehobene augenbrauen. doch nach der kurzen schrecksekunde wird es dann viel besser als erwartet: während einer kurzweiligen stunde gibt es erst mal viele informationen zur logistik und vorgehensweise beim bau der durchmesserlinie. das gigantische projekt legt im bahnhof löwenstrasse 4 zusätzliche geleise unter den bestehenden hauptbahnhof und damit auch unter die sihl, die anschliessend – schön im sandwich – zwischen zwei vertikal übereinander gelegenen bahnhöfen hindurchfliessen darf. durch den tiefergelegten bahnhof (inkl. unterbodenbeleuchtung) fahren dann ab 2011/13 die fernferkehrszüge von ost nach west und umgekehrt auf direktem weg durch züri und den neuen weinbergtunnel hindurch, ohne in den sackbahnhof rein- und rausfahren zu müssen. das ist natürlich eine logistische meisterleistung, denn da müssen u.a. ein öfters mal hochwasser führender fluss abschnittweise stillgelegt, grundwasser abgepumpt, schlitzwände gebaggert, zement aufbereitet, tunnelbohrmaschinen gelenkt, stadtgebiet unterhöhlt, monströse bahnbrücken quer übers bestehende gleisfeld gebaut, und eine ganze menge bauarbeiter verpflegt werden. das alles (und mehr) erhalten wir anschaulich mündlich und mit ein paar toll animierten filmen erklärt. schapo!

Vier enorm wichtige Personen
Vier enorm wichtige Personen

nachdem im kino das licht wieder angegangen ist, gibt es endlich die heiss ersehnten goodies: helm und leuchtorange gilets! darin wandern wir anschliessend durch die sihlpassage zu neuralgischen baustellen: zuerst an der sihl, von dort zum bahnhofplatz und wieder zurück zum gleis 18. wir schauen dabei in zig tiefe löcher, die von baustelle zu baustelle grösser werden. momoll! beeindruckend! gewaltig! ungeheuer!

Eines von vielen Löchern
Eines von vielen Löchern

das ende ist dann schnell erzählt: gilets und helme wieder aufhängen, tschüss an herrn studer, rund 600m weiter südlich znacht in der reithalle (wo auch noch miss d. zu uns stösst). das rössli ist zwar etwas durcher als bestellt, aber trotzdem zart. zwei stunden später dann tschüss an die div. trombiker, mathematiker, geotechniker und missen. nur ein kleines grüppchen von drei unverdrossenen strebt noch einem trendy strassencafé zu, um diesen tollen j.f. würdig mit a) glace, b) bianchi, c) bier zu beschliessen. der langen rede kurzer sinn: geile gsi, thänks!
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[1] miss d. natürlich, hauptsächlich, muss man dazu sagen. der punkt darf natürlich nicht überlesen werden, gell. denn der markiert nur das ende einer (nicht genauer spezifizierten) aussage (die hiermit genauer spezifiziert wurde). wenn man den überliest, gibt es dem ganzen natürlich einen total anderen sinn, der durchaus nicht beabsichtigt ist.

[2] nicht bänkler

schwimm, schwimm, simsalabim

huch, schon wieder ein j.f. ohne msä! obwohl wir extra von di auf mi verschoben haben, hat besagter leider seine erkältung nicht niederringen können. aï, aï, aï! wo soll das nur enden, wenn ständig “aus drei mach zwei” gilt?

aber eben, weiter im text. mi statt di, und der grund dafür ein triftiger, es war nämlich seeüberquerung angesagt: 1450m vom mythenquai bis zum tiefenbrunnen, eine herausforderung, eine tradition, ein unternehmen, das genaue planung, akribische vorbereitung und hartes training bedingt. so wurden denn schon tage vorher der genaue zeit- und treffpunkt vereinbart, die badehose gebügelt und die haut gebräunt (siehe vorletzte woche), die oberarme gestählt, usw.

am tag der ausführung selber traf chb nur mit geringer verspätung in der badi mythenquai ein, wo lti bereits alles administrative erledigt hatte und nur knapp (wg. zurückhaltendem gebrauch seiner ellenbogen) die startnummer 4444 verpasst hatte. so starten wir halt mit 4446, resp. 4447, und zwar um 18:30 uhr mit 400 anderen nasen, die uns alsbald davon schwammen. während sich  chb gemächlich mit seinem old-school brustschwumm im bernertempo dem anderen seeufer näherte, war für den hobby bi-, tri-, und gigathleten lti die herausforderung natürlich vor allem, bei so geringem tempo nicht abzusaufen (die enorme psychische belastung durch a) position am ende des feldes und b) durch überholende schwimmer aus den nachfolgenden feldern ist natürlich auch nicht zu unterschätzen). item, auch so geht die zeit verbei, und mit einer fantastischen solchigen von unter einer stunde, nämlich 59:48, wurde dann (endlich) unter dem zielband durchgeschwommen. danach wie immer noch eine buillong, ein risottöli und einmal mit- und einmal mit wenig gaz, und schon war die 22. stadtzürcher seeüberquerung geschichte.

es ging dann noch weiter zum 2. und 3. termin: japanisch essen im wagamama inkl. weibl. begleitung (schmacht!), und dann noch auf einen mojito und einen bicycletta ins rimini (ohne weibl. begleitung), ganz nach dem motto: immer schön nahe am wasser bleiben. im rimini sassen wir übrigens nicht auf kissen, die wurden schon anderswo gebraucht.

schiffli versänke

boah, schon tag 2 im j.f. hardcore segelcamp im engadin! lti und chb sind zwar nach dem ersten tag (6h) auf der sportlichen dyas körperlich am rande ihrer kräfte angelangt (ächz, uff, stöhn, argh) aber noch knapp mit dabei. msä hat bereits vor dem kurs das paddel ins wasser geworfen und ist weg vom tisch; er zieht nicht mal in erwägung, uns heute aben zur feier des traditionellen j.f.-tages noch spontan zu besuchen (dabei wären es doch nur 2 x 4.5 std zugfahrt). ts, ts, faul sind die leute afängs.

egal, wir rudern also auch am heutigen tag mit unserer 0.8 m2-wackelscholle zu dritt (d.h. inkl. annet, unserer segellehrerin) zum boot hinaus. der wind ist heute noch etwas frischer als gestern schon (ein drü hat’s mindestens schon), doch wir haben’s im griff (meinen wir mindestens). wir cruisen also raus auf den silsersee und üben schon mal fleissig manöverkreis, wenden und halsen. der wind frischt noch mehr auf und unser boot krängt zusehends immer mehr und jedes manöver durch den wind wird zusehends zu einer kletterpartie – runter, rauf, runter rauf. dann plötzlich, aufgrund eines klitzekleinen steuerfehlers von – äh, sein name will mir gerade nicht einfallen – gerät das boot in zusehends steilere lage und das wasser fliesst schon unten über die kante rein, ausreiten is nich, scheisse, was muss ich jetzt tun, uh, pinne hierhin?, äh, panik, äh, nein pinne dorthin!, hektik, warum wird alles immer schräger, dammi nomal, geschrei + gefluche, bis schlussendlich annet nach lautem aber wirkungslosem kommando bellen beherzt selber eingreift und zuerst den traveller löst, dann die grosschot auch noch, und zägg-bumm, steht das schiff wieder gerade, was war genau das problem? ja genau, der wind. wir segeln also schnurstracks zurück in die bucht, setzen dort ein reff und vergessen, dass wir soeben fast das schiff versenkt hätten und uns dazu, immerhin im etwa 14°C kalten wasser. dann wieder raus, immer noch viel wind, jetzt noch böen. mehr reffen, jetzt geht’s so halb, aber für 2 anfänger immer noch heavy (inzwischen haben wir wohl schon ein – mindestens, wie einige sagen – 5i) und so geht der tag auch vorbei.

gut, genug des segel-lateins, anschliessend wird schnell nach maloja geradelt (hier hatten wir gebucht, aber da (resp.  da) hätten wir sein sollen, hätten wir’s nur schon früher gewusst), ein düscheli reingezogen, und dann gleich wieder zurück nach plaun da lej ins restaurant murtaröl, wo chb schon im februar beim eistauchen pelzmäntel gezählt hat. in dieser durchaus für g-essen geeigneten lokeischn (vom eglifilet bis zur 1500.- kingcrab gibt’s alles) liessen wir uns einen hervorragenden fisch mit allem drum und dran munden. nach einem abschliessenden mini-tiramisù inkl. espresso radelten wir dann wieder heimzu, wo wir alsbald unsere müden körper noch vor 10 uhr in die harten betten wuchteten, im wissen um einen weiteren strengen segeltag. ja, so geht das in den aktiv-ferien beim j.f. !