seit msä vor kurzem exsila entdeckt hat, verschachert er sämtliche im haushalt aufzufindenden bücher- und dvds[1] gewinnbringend über’s netz. nachdem er nun derartig ein paar dutzend[2] franken guthaben geäufnet hat, muss auch mal was in die community zurückfliessen. er reinvestiert deshalb eine handvoll stutz für 2 möglicherweise geile filme, lädt andere exsilaner (die community halt) und kumpels zu sich nach hause ein und programmiert den backofen auf 3 stunden. den genauen programmablauf lässt er von einer externen beraterfirma mit sitz in zug festlegen:
18:05 -> apéro mit tombola (preise: goodies, props, blutwürste)
18:35 -> 28 days later (112 min)
20:30 -> gratin, futter, sabber, schmatz
21:30 -> 28 weeks later (96 min)
23:39 -> der bus wo immer
der erste teilnehmer findet sich pünktlich um 18:05 ein. der zweite klingelt, als das reminder-sms die handy-antenne verlässt[3]. mit tombola ist nix (dabei war’s doch so gut geplant!), dafür gibt’s währschaftes erdmandli bier. das ist auch nötig, denn beim ersten film muss der magen schon einiges aushalten. die von zombie-viren infizierte bevölkerung britanniens rottet sich dort nämlich in kürzester zeit selber aus und die wenigen überlebenden – das ist die moral vom film – brauchen am ende keine blutgeilen horden um sich selber gegenseitig das leben zur hölle zu machen. garnüdemalesoschlächt sagen die umfrageresultate.
garnüdemalesoschlächt ist auch das jetzt folgende intermezzo. der elsässer eintopf im schichtprinzip[4] (1. kartoffeln + sauerkraut, 2. rippli, speck + saucisson, 3. kartoffeln + sauerkraut, 4. schweinsvoressen, 7. kartoffeln + sauerkraut) hat während 3 stunden im ofen gegart und stillt die vom film geweckte lust auf fleisch und den blutdurst vorzüglich.
derartig gestärkt stösst man zum sequel vor. doch – oh weh! – man merkt es bald: die briten haben das szepter abgegeben und nun sind die amis am reschissören und drehbuchschreibseln. immer noch zombies, immer noch london, aber weg ist der schwarze humor, weg ist die beklemmende stimmung, weg ist die hintergründige moral von der gschicht. dafür gibt’s jede menge spetzial-äffekts! das militär gibt’s immer noch, aber diesmal in der variante von ännet-dem-teich (im auftrag der uno natürlich). die amis sind besser ausgerüstet, haben alles im griff und einen kompromisslosen “code red”-plan, falls die wiederansiedlung der engländer in die hosen gehen sollte (was sie natürlich tut). es gibt eine geile wissenschaftlerin, die dem virus auf der spur ist, und einen lieben scharfschützen mit einem reinen gewissen, der sich für die überlebenden opfert. dann gibt’s noch den alten army-kumpel, der mit dem helikopter zombies schreddert und ständig ätzende sprüche ins funkgerät bellt. und schliesslich dürfen unschuldige kinder und ein zombie-vater nicht fehlen. letzterer taucht überall und immer wieder zufällig und zähnefletschend auf (huch! jetzt bin ich aber erschrocken!), bis er am schluss von der eigenen tochter über den haufen geschossen wird. garnümmemalesoguet, lautet diesmal das verdikt der jury.
nachdem der eher schlechte nachgeschmack des zweiten filmvortrags vom gastgeber mit einem offerierten branntwein effizient weggespült wurde, erzählt der sich-auf-wohnungssuche-befindende chb noch die anekdote vom wohnungsschwindler, mit dem er ein paar mehr oder weniger ernst gemeinte mails gewechselt hat. danach verabschiedet sich die stadtfraktion und lässt uster uster sein. und diesmal erwischen wir sogar den zug!
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[1] böse zungen behaupten: vor allem ant’s.
[2] die gleichen zungen behaupten: hunderte. genaue zahlen liegen jedoch nicht vor[5].
[3] liess sich im labor nicht reproduzieren.
[4] ausnahmsweise ist mal nicht “frühschicht” gemeint.
[5] in museum für kommunikation (mfk) in bern ist übrigens im moment die ausstellung “gerüchtig” zu sehen.