heute war mal wieder kültür angesagt. weil noch keiner dort war (oder schon lange nicht mehr) wurde das museum für gestaltung in letzter minute von lti als zielpunkt auserkoren. zwar nicht gerade das guggenheim (siehe jf-17/3/09), aber doch immerhin 4 ausstellungen für dswölf stutz unter einem dach, zentral in züri 5 gelegen, in gehdistanz zum bahnhof, was will man mehr (frühschicht gerettet).
in einer stunde (soviel zeit hatten wir von 19-20, sprich: bevor museum finito) gibt das immerhin a) 1 ausstellung pro 15 min oder b) 1.33 ausstellungen pro person oder c) soviele ausstellungen wie’s halt reicht. wir entschlossen uns spontan für variante c) und stolperten deshalb kurz nach eintritt bereits durch die sonderausstellung “Good Design, Good Business – Schweizer Grafik und Werbung für Geigy 1940-1970″ in der galerie. hier liessen wir uns von vielen schönen packungen und prospekten der design-freundlichen ciba geigy (heute novartis) inspirieren und appetit auf feine anti-depressiva, insektenvernichtungsmittel oder muskel-arthrose-gelenk-schmerzen-beseitiger machen. viel flächige farben, viel typografie, viel symbolik (rot=da wo’s weh tut), 1940-70 halt. aufenthaltsdauer: 25′ (immerhin).
anschliessend ging’s in die halle im erdgeschoss und hier gefiel es uns schon etwas besser. das blabla der ausstellungsbeschreibung kann man getrost ignorieren und einfach durch die wohl mehrere hundert ausgestellten objekte wandern und sich anfixen lassen, denn da wird einiges für’s auge geboten. vom commodore PET über eternit hocker bis zur hermes schreibmaschine und dem ersten walkman wird viel altes und neues, bekanntes und doch schon vergessenes präsentiert. und wenn man glück hat, dann besitzt man sogar eines der ausgestellten objekte selber (rotondo kartungo oder so) und steigt damit in der achtung der mit-jourfixler enorm. extra jf-pkt für lti, nun ist ja wohl klar, warum er uns hierhin gelockt hat…

nach diesem spaziergang durch schöne und funktionale dinge war dann die zeit abgelaufen (“bing!”). doch die kültür war war damit noch nicht am ende, nein!, denn msä hatte im geheimen noch ein spezialprogramm ausgeheckt, das er uns während der nächsten 3 stunden aufs müde auge zu drücken gedachte. ganz in der nähe hatte nämlich der herr reishauer (msä’s scheff) sein geburtshaus und dann seine fabrik, wo er anfänglich zangen, gewindestangenhalter und bombenzünder herstellte und damit ein imperium schuf (msä wird im kommentar sicher präzisieren, siehe unten). das galt es nun auch noch zu besichtigen, inkl. der sagenumwobenen reishauerstrasse. aber selbstverständlich nicht während 3 stunden (ich habe schamlos übertrieben) sondern nur während 5 minuten und erst noch auf dem weg zum nächsten planmässigen stopp. glück gehabt!
so konnten wir denn kurz darauf doch noch zu punkt zwei (“platte für 3” im libanon il-achdar) und anschliessend zu punkt drei (drinks und dumme sprüche im tant pis (nein, wir haben die “bedinung” nicht “ausopropierd”)) schreiten, bevor dann punkt vier (die altbekannte frühschicht) in angriff genommen wurde (kleiner, spontaner s-bahn scherz inklusive).
ach ja: über baugruben (inkl. pfähle (nicht pfählungen), nägel, hinterfüllungen und aushubproblematik) wurde auch noch diskutiert.